EBBC - Biodiversität in Standards und Unternehmensanforderungen

Biodiversität in Standards und Unternehmensanforderungen

Die Partner der EU-Initiative LIFE Food & Biodiversity haben mehr als 50 Standards, Siegel und Unternehmensanforderungen hinsichtlich ihrer Kriterien zur Biodiversität analysiert. Die Ergebnisse wurden in einem Baseline Report zusammengefasst und mit Vertretern von Standardorganisationen und Unternehmen der Lebensmittelindustrie ausgewertet. Die Analyse zeigte die Notwendigkeit und das Potenzial, die Biodiversitätsleistung von Standards und Unternehmensanforderungen zu verbessern.

Basierend auf diesem Ergebnis wurde eine Reihe von Empfehlungen zur Verbesserung der Biodiversitätskriterien in Standards und Beschaffungsrichtlinien veröffentlicht. Diese Empfehlungen wurden in Zusammenarbeit mit Experten von Standardorganisationen, Zertifizierungsgesellschaften, Lebensmittelunternehmen, Umweltorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen erarbeitet.

Ziel der Empfehlungen ist es, negative Auswirkungen auf die Biodiversität zu reduzieren und gleichzeitig den Schutz und das Potenzial der Biodiversität zu verbessern. Die Kriterien und Maßnahmen sind ein guter Kompromiss zwischen Bedarf und Machbarkeit und haben direkte und indirekte positive Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Aktivitäten.

Quelle: Easy Guide - Biodiversitätskriterien in Standards und Labels für die Lebensmittelbranche (2017)

Das multidisziplinäre Projektteam begleitet interessierte Standardorganisationen und Unternehmen bei der Überarbeitung ihrer Kriterien und Richtlinien zur Biodiversität. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Hintergrund

Lebensmittelhersteller und -handel mit der Landwirtschaft als wichtigster Zulieferer haben wesentlichen Einfluss auf die Biologische Vielfalt. Derzeit haben der Schutz von Biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen nicht den Stellenwert in der Branche, den sie aufgrund ihrer Bedeutung einnehmen sollen (Branche: Landwirtschaft und Ernährung). Die direkten und indirekten Wirkungen der Unternehmen auf die Biologische Vielfalt sind oft komplex. Die Verminderung der negativen Einflüsse für die gesamte Lieferkette vom Acker bis zum Supermarktregal bleibt eine Herausforderung.

Qualitätssiegel und Standards qualifizieren Produktionsverfahren oder Produkte, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie bieten eine wichtige Orientierung für Einkauf und Qualitätssicherung im Unternehmen. Wenn die Qualifikationen auf dem Endprodukt ausgewiesen sind, erfüllen Siegel und Standards diese Orientierungsfunktion auch beim Endverbraucher.

Der Global Nature Fund und die Bodensee-Stiftung haben bereits im Jahr 2014 19 Standards für die Lebensmittelbranche analysiert. Die Ergebnisse zeigen eindeutigen Handlungsbedarf: Kriterien mit Relevanz für Biologische Vielfalt gehen danach selten über die gute fachliche Praxis hinaus, werden nicht konkret formuliert und berücksichtigen nur teilweise die Ursachen für den Verlust der Biologischen Vielfalt. Standardorganisationen und Unternehmen bieten kaum Weiterbildungen zum Handlungsfeld Biologische Vielfalt an; Berater, zertifizierte Betriebe und Auditoren verfügen oft nicht über die notwendigen Kenntnisse, um Maßnahmen qualitativ hochwertig umzusetzen bzw. deren Implementierung zu überprüfen. Keiner der analysierten Standards und Unternehmen realisiert ein Monitoring bezüglich der tatsächlichen Effekte auf die Biologische Vielfalt.