Der HiPP Musterhof für biologische Vielfalt – ökologischer Anbau im Einklang mit der Natur




Project summary

Seit 2009 entwickelt HiPP auf dem Ehrensberger Hof in Pfaffenhofen ein Modell für seine Vertragsanbauer und Lieferanten. Die Einöde Ehrensberg wird seit Jahrzehnten auf ökologische Weise bewirtschaftet. Die Erforschung von Maßnahmen zum Schutz von Bodenfruchtbarkeit und der biologischen Vielfalt im landwirtschaftlichen Alltag soll zukünftig als Orientierung für HiPP Erzeuger dienen. Zu diesem Zweck arbeitet HiPP mit Wissenschaftlern der Hochschule Weihenstephan/TU München, der Uni Hannover, dem Bioland Verband und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV)/NABU zusammen um validierbare Methoden zu entwickeln. Dazu wurden in einem ersten Schritt Fauna, Flora und Bodenqualitäten erfasst, die verschiedenen Flächen kartiert und ein Kulturlandplan ausgearbeitet. Diese Daten werden nun über fünf Jahre lang regelmäßig gemessen und ausgewertet.



Motivation, objectives and target groups

Unsere Welt ist existenziell auf die biologische Vielfalt angewiesen. Doch durch menschliches Handeln nehmen Fauna, Flora und Lebensräume gravierenden Schaden. Auch in ökonomischer Hinsicht ist Biodiversität von nicht zu unterschätzender Bedeutung, etwa für den Bezug von Rohstoffen. Am deutlichsten wird dies in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei oder Nahrungsmittelherstellung, deren Mehrwert direkt von gesunden Ökosystemen abhängt.

In Deutschland nimmt Landwirtschaft rund 50 % der Gesamtfläche ein. HiPP setzt auf ökologischen Landbau, der die Umwelt durch naturgemäße Bewirtschaftung schützt.
Grünland zum Beispiel bindet CO2, während Fruchtfolgen Bodengesundheit und Qualität der Erzeugnisse steigern.

Als Hersteller von Babynahrung ist HiPP auf die Verfügbarkeit besonders hochwertiger Rohstoffe und auf ein intaktes Ökosystem angewiesen.

Nicht nur deshalb hat das Unternehmen den Schutz der biologischen Vielfalt zur Chefsache erklärt. In den letzten Jahren wurden diverse Maßnahmen ergriffen, die einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten (z.B. Einsatz von Recycling-Papier zum Schutz der Urwälder, Einsatz von MSC Fisch gegen die Überfischung der Meere, Maßnahmen auf dem Firmenareal und zur Schulung der Mitarbeiter, insbesondere der Auszubildenden, Marketing-Baumpflanzaktion).

Für dieses Engagement, das weit über das Unternehmen hinausgehen muss, hat sich HiPP Verbündete gesucht. Der Babynahrungshersteller ist Mitglied der internationalen Unternehmensinitiative „Biodiversity in Good Company“, die sich für den Erhalt der Biodiversität einsetzt, und hat mit der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Indikatoren für biologische Vielfalt in Unternehmen erarbeitet werden.



Activities

Der HiPP Musterhof soll als Forschungsprojekt pragmatische Ergebnisse über die Erhöhung von Bodenfruchtbarkeit und biologischer Vielfalt im landwirtschaftlichen Alltag generieren, die langfristig an die Erzeuger und Lieferanten von HiPP weitergegeben werden können.
Dazu wurden in einem ersten Schritt Fauna, Flora und Bodenqualitäten auf dem Hof erfasst, die verschiedenen Flächen kartiert und ein so genannter Kulturlandplan ausgearbeitet. Diese Daten werden nun über fünf Jahre lang regelmäßig gemessen und ausgewertet.

Auch HiPP Mitarbeiter und Auszubildende leisten hier regelmäßig einen Beitrag zum Klima- und Landschaftsschutz indem sie Alleen, Solitärbäume und Bauminseln anpflanzen. So werden Landschaftszerschneidungen verhindert und Brücken gebaut, die als Korridore für Tiere dienen. Ein Zauneidechsen- und ein Insektenhotel gleichen den Mangel an natürlichen Behausungen aus, ebenso wie Nistkästen, die wegen fehlender Höhlen etwa für Kauze, Mehlschwalben, Falken oder Fledermäuse angebracht wurden. Zur Erhöhung der Artenvielfalt wurden alte Rassen, die vom Aussterben bedroht sind, wie das Original Braunvieh, das Skudden-Schaf oder die Hühnerrasse „Appenzeller Spitzhaube“ auf dem Hof angesiedelt. Um dem aktuellen Bienensterben zu begegnen, erhielten auch sechs Bienenvölker auf der Einöde Ehrensberg eine Heimat.

Mit neuen Ökosystemen wie Baumreihen, Wildschutz- und Benjeshecken, Wurzelstöcken sowie Blühstreifen an Feldrändern und in Wiesen schafft HiPP Lebensräume für Reptilien, Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Diese Anpflanzungen sorgen für den so wichtigen Wind- und Erosionsschutz und bieten gleichzeitig Lebensraum und Nahrung für die Tiere.
Seit 2011 bietet HiPP Führungen für Schulklassen und Studierende auf dem Ehrensberger Hof an, um dem Nachwuchs das Thema biologische Vielfalt im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu.



Project results

Die Bodenfruchtbarkeit, die Flora und die Anzahl der Tierarten auf dem Hof konnten signifikant gesteigert werden. Hierzu zählen auch Rote Liste Arten, wie z.B. der Neuntöter, die Gelbbauchunke oder die Schleiereule. Durch das Anlegen neuer Ökosysteme, wie z.B. Baumreihen, Wildschutzhecken (z.B. für den Neuntöter), Benjeshecken, Wurzelstöcke und Blühstreifen an Feldrändern und in den Wiesen wurden neue Lebensräume für Reptilien, Vögel, Kleinsäuger und Insekten geboten, die sich innerhalb kürzester Zeit angesiedelt haben und viel zu einer ökologischen Balance beitragen.

Auch die Ansiedlung verschiedener alter Rassen auf dem Hof, wie z.B. einer Mutterkuhherde mit Original Braunvieh, von denen es nur noch 500 Tiere in Bayern gibt, Skudden-Schafen, die lediglich mit einem Bestand von 1000 Tiere in Deutschland verzeichnet sind, hat die Artenvielfalt und die Genreserven erhöht.

Durch die Erprobung dieser und vieler anderer Maßnahmen mehr, hat HiPP wertvolle Aufschlüsse darüber bekommen, welche Methoden zur Erhöhung der biologischen Vielfalt einfach und erfolgreich anzuwenden sind, welche keine guten Ergebnisse bringen oder zu kostspielig sind. Die direkte Einbeziehung der Auszubildenden in das Projekt, wirkt sich im Unternehmen insgesamt positiv auf das Verständnis von Nachhaltigkeit aus, ebenso wie die Führungen von Mitarbeitern, Schulklassen und Studierenden, die als Umweltschulungen und Bildung zur Nachhaltigkeit stark nachgefragt werden.



Countries affected

Germany



Partners

Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL), Bioland, Landesbund für Vogelschutz (LBV), Bayern/NABU, Universität Hannover, Hochschule Weihenstephan/ TU München, Hipp Auszubildende, Hipp Agrarservice.



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