Artenschutzprogramm Uferschwalbe in den Sand- und Kieswerken der Heidelberger Sand und Kies GmbH




Project summary

In den Kies- und Sandgruben der Heidelberger Sand und Kies GmbH ist die Uferschwalbe
ein regelmäßig anzutreffender Brutvogel. Als Brutquartiere sind besonders die frisch
abgebrochenen Steilwände aus sandig-lehmigem Material attraktiv, wie sie beim Abbau
kontinuierlich entstehen. Vor der Begradigung der allermeisten Flüsse in Mitteleuropa gab es für die Uferschwalbe genügend natürlichen Brutraum, denn sie nutzten die nach jedem Hochwasser neu entstandenen Uferabbrüche. Daher wohl auch der deutsche Name „Uferschwalbe“. Mit dem Hochwasserschutz ist ein Großteil der Dynamik in unseren Flussauen verloren gegangen. Heute brüten Uferschwalben in Deutschland ausschließlich in Gewinnungsstätten der Steine-Erden-Industrie. Hier ist die gestaltende Kraft nicht mehr das Hochwasser, sondern die Baggerschaufel. So wurde der beständige Kies- und Sandabbau zur Überlebensgarantie dieser Vogelart. Die Art steht auf der Roten Liste Deutschlands und gilt nach dem Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Obwohl sich über viele Jahrzehnte eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Uferschwalbe in den Abbaustätten entwickelt hat, kann es im Einzelfall immer wieder zu Problemen kommen. Besonders dann, wenn sich die Tiere in Steilwände einnisten, die produktionsbedingt über die Brutsaison abgebaut werden müssen. Trotz bestehender Genehmigung verhindert der strenge Schutzstatus der Uferschwalbe einen weiteren Abbau dieser Steilwände bis zum Ende der Brutzeit. Aus diesem Grund wurde 2007 das Artenschutzprogramm „Uferschwalbe“ gestartet.



Motivation, objectives and target groups

Ziel ist es, schon im Vorfeld mögliche Konflikte zwischen den Interessen des Abbaus und dem Arten- und Naturschutz zu erkennen und durch geeignete Management- und Pflegemaßnahmen
zu verhindern. Daher wurde ein kontinuierliches Artenschutzprogramm samt Managementplan entwickelt. Grundlage ist zunächst die Erfassung des tatsächlichen Brutbestandes der Uferschwalbe in den Abbaustätten, die Bewertung des Konfliktpotenzials und die Ausarbeitung von Steuerungsmaßnahmen.



Activities

In der Brutzeit (Begehung: Juni-Juli) werden sämtliche Brutröhren in deutschen Abbaugebieten
erfasst und in einem Lageplan dargestellt. In den Wintermonaten planen die Werksleiter ihren Abbau für die kommenden Monate. Stehen an einer für Uferschwalben attraktiven oder von ihnen bereits genutzten Steilwand im Frühling oder Sommer Abbauarbeiten an, schaffen die Werke Ausweichquartiere für die Vögel. Gleichzeitig flachen sie die zum Abbau bestimmten Wände vor Rückkehr der Vögel ab und machen sie dadurch unattraktiv. Als Alternativplätze bieten sich alte oder zurzeit unbenutzte Steilhänge an. Diese werden nach Möglichkeit radikal von Büschen und Gewächs befreit. Auch können an beruhigter Stelle Halden mit sandig-tonigem Oberbodenmaterial aufgeschüttet werden, was in einigen Werken von den Vögeln erfolgreich angenommen worden ist. Die festgelegten Maßnahmen werden jährlich kontrolliert.

Maßnahmen:
• Fortlaufende Sicht- und Bestandskontrolle der Brutplätze, Abgleich mit der Abbauplanung
und Festlegung der Maßnahmen für die kommende Saison.
• Kein Abbau sowie die Weiterführung von Arbeiten in Baugruben zur Brutzeit; wenn
möglich den Brutbereich absichern.
• Planung und Durchführung von Pflegemaßnahmen: Steilwände nach jeder Brutsaison mit Spaten oder einem Bagger sauber abstechen, dann graben die Uferschwalben
auch im nächsten Jahr wieder an der gleichen Stelle.
• Kein Verfüllen der aufgelassenen Sand- und Kiesgruben.
• Keine Begrünung durch Bepflanzung, sondern die Rohböden möglichst lange offen
halten. Zugewachsene Steilwände möglichst entbuschen.
• Anlegung von Oberbodenhalden. Möglichst Verzicht auf künstliche Nisthilfen.
• Vorhandene Wasserflächen in Brutgebieten sollten von touristischen Aktivitäten
freigehalten werden, da sie wichtige Nahrungshabitate darstellen.
• Lagern, Feuer machen und Campieren in Abbaustellen muss unterbleiben.



Project results

Die Uferschwalbe ist eine sehr bekannte und beliebte Art mit gleichzeitigem großem Naturschutzwert, da sie auf der Roten Liste Deutschland steht und nach dem Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt gilt. Im Rahmen von Veröffentlichungen sowie durch Hinweisschilder, Exkursionen, Tag der offenen Tür etc. können der interessierten Öffentlichkeit der naturschutzfachliche Beitrag
des Unternehmens aufgezeigt werden.



Countries affected

Germany



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