HeidelbergCement: Beweidungsprojekt mit Wildpferden und Wildrindern im Steinbruch Gerhausen in Baden-Württemberg




Project summary

Im Steinbruch Gerhausen/Beiningen in der Nähe von Blaubeuren werden auf einer 75 Hektar großen Fläche Taurus-Rinde und Konik-Wildpferde (siehe Foto) ganzjährig weiden. Am 9. Juni 2012 sind die ersten Tiere auf dem Gelände ausgewildert worden.

Es handelt sich um das erste Beweidungsprojekt dieser Größenordnung in Baden-Württemberg mit Wildpferden und Wildrindern. Hierfür wurde eine Betreibergesellschaft, die Urzeit Weide GbR, gegründet. Gesellschafter sind die HeidelbergCement AG und die Blautal-Land-und-Forst GmbH & Co. KG, die gemeinsam das Gelände für die Beweidung zur Verfügung stellen. Als Kooperationspartner und Berater von Anfang an dabei sind der Industrieverband Steine und Erden (ISTE) und vor allem der NABU Baden-Württemberg. Der NABU ist deutscher Partner von BirdLife International.



Motivation, objectives and target groups

In Steinbrüchen finden sich vom Menschen geschaffene, sekundäre Biotope, die in ökologischer Hinsicht auf relativ kleiner Fläche eine große Standortvielfalt bezüglich der Sonneneinstrahlung, dem Wasserfaktor und der Bodenstruktur aufweisen. Diese Vielfalt wertvoller Refugien bietet zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum, den sie in unserer Kulturlandschaft heute nur noch schwer finden. Gerade die offenen, kargen Flächen im Steinbruch, die in ihrer Struktur und den Lebensraumeigenschaften an die ehemals weit verbreiteten Flussauen erinnern, bieten wichtige Rückzugsgebiete für seltenen Pionierarten (wie z.B. Flußregenpfeifer, Gelbbauchunke und Laubfrosch).

Ohne menschlichen Eingriff wachsen diese Bereiche jedoch rasch zu und verlieren damit ihren Wert für solche seltenen Arten. Die Wildpferde und Wildrinder sollen dabei helfen, die Verbuschung zurückzudrängen. Außerdem schaffen sie durch Tritt- und Liegeschäden neues Offenland. Diese Störung ist gewollt und bringt die Dynamik zurück. Eine geringe Besatzdichte, d.h. etwa ein Weidetier auf zwei bis drei Hektar reines Grünland, erlaubt aufgrund der geringeren Trittbelastungen sogar die Einbindung von empfindlich reagierenden Biotopen in die Weidefläche.

Durch Tritt und Verbiss entstehen Sonderstandorte mit zwar geringer Flächenausdehnung, aber hoher Bedeutung für Organismen, die auf Dynamik in der Landschaft angewiesen sind. Da in Zeiten der Vegetationsruhe auch Pflanzen verbissen werden, die nicht zum bevorzugten Nahrungsspektrum zählen (z.B. Brombeere und Weiden), sind aus Sicht der Landschaftspflege die wichtigsten Monate der Beweidung November bis März.



Activities

Die Anforderungen an die Rinder und Pferde für die ganzjährige Haltung sind einfach: Die Weidetiere müssen robust sein, um in freier Natur mit Temperaturschwankungen und Niederschlägen zurecht zu kommen. Allenfalls in Zeiten der Vegetationsruhe und im harten Winter müssen sie mit der Zufütterung von Heu, Stroh und Nährsalzen vom Menschen versorgt werden. Die Kombination von Taurus-Rindern und Konik-Pferden wird bereits erfolgreich in vergleichbaren Projekten in anderen Bundesländern und im benachbarten Ausland eingesetzt.



Project results

Der Gesteinsabbau im Gerhausener Steinbruch erlaubt es, dass manche Flächen über längere Zeiträume einer ungestörten natürlichen Entwicklung unterliegen können. Der fortlaufende Abbaubetrieb stört die Tiere übrigens nicht, da das Gebiet groß genug ist und ausreichend Ausweichmöglichkeiten bietet.



Countries affected

Germany



Partners

NABU Baden-Württemberg und Industrieverband Steine und Erden (ISTE)



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