Instrumente und Methoden für Ihr Biodiversitätsmanagement

I - Bestandsaufnahme Ihrer Geschäftsaktivitäten und deren Bezug zur Biodiversität

In der Anfangsphase sollte der Status Quo der Nachhaltigkeitaktivitäten Ihres Unternehmens ermittelt werden. Teil dieses Arbeitsschrittes ist die Ermittlung der Schnittstellen mit Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen sowie des daraus resultierenden Einflusses.

Ermittlung der Abhängigkeiten und Einflussgrößen

Der wichtigste Schritt hierbei ist die Ermittlung der Abhängigkeiten und Einflussgrößen auf die Biodiversität. Dabei ist es essentiell zu begreifen, dass Unternehmen von der biologischen Vielfalt abhängig sind, aber gleichzeitig auch einen Einfluss auf die Biodiversität haben. Beides, sowohl Einflussfaktoren, als auch Abhängigkeiten, können direkter oder indirekter Natur sein. Ein Bergbauunternehmen beispielsweise besitzt durch seinen Bergwerksbetrieb einen direkten Einfluss auf die natürlichen Lebensräume, während ein Autohersteller durch die Beschaffung des Stahls aus demselben Bergwerk lediglich einen indirekten Einfluss hat. Fischereibetriebe hängen aufgrund ihres Wildfangs direkt von maritimer Biodiversität ab - ein Supermarkt allerdings nur indirekt.

Der Einfluss auf eine Firma kann von einer großen Menge von Datenbereichen herrühren. Aus dem Grund empfiehlt sich eine gründliche Analyse des gegenwärtigen Zustandes vom Unternehmen sowie der Effekte auf Umwelt und Biodiversität. Diese Art Bestandsaufnahme bezieht sich auf das gesamte Unternehmen, und kann vom Produktionsprozess bis hin zur Beschaffung und von der Marketingabteilung bis hin zum Personalmanagement reichen. Sofern kein betriebsinterner Experte vorhanden ist, kann die Analyse mit der Unterstützung von externen Beratern durchgeführt werden.

Die EBBC bietet den Biodiversitäts-Check an. Der Check dient als erste Orientierung, um Auswirkungen und Abhängigkeiten der verschiedenen Unternehmensbereiche auf die biologische Vielfalt zu identifizieren. Mehr Information finden Sie hier.

Der Business and Biodiversity Interdependence Indicator

Der Business and Biodiversity Interdependence Indicator (BBII) wurde vom Orée Institut für Firmen mit dem Ziel entwickelt, eine bessere Selbsteinschätzung zu ermöglichen, um direkte und indirekte Interaktionen von Biodiversität und Ökosystemen zu bestimmen. Bis heute wurde es hauptsächlich bei Unternehmen aus unterschiedlichen Industriesektoren und bei lokalen Regierungsbehörden in Frankreich benutzt. Diese Methode soll zu einem späteren Zeitpunkt ausgeweitet werden, um einen Rahmen für die Rechenschaftspflicht im Bereich Biodiversität zu schaffen.

Die Europäische Business & Biodiversity Kampagne bietet Möglichkeiten, um grundlegende Bewertungsmethoden für biologische Vielfalt in Unternehmen in vorgesehenen Industriesektoren zu implementieren. Im Moment wird dieser Biodiversitätscheck für Reiseveranstalter entwickelt und wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 operationalisiert werden. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Hilfsmitteln, wie etwa ARIES, inVEST oder IBAT, welche derzeit entwickelt und getestet werden, und die die Bewertung zum Einfluss von Biodiversität und Ökosystemen unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Ecosystem Services Benchmark, ESB

Das Instrument für einen Vergleich von Ökosystemdienstleistungen (Ecosystem Services Benchmark, ESB) wurde von der Natural Value Initiative in Zusammenarbeit mit Investoren aus Europa, Brasilien, den USA und Australien entwickelt und hatte zum Ziel, Investitionsrisiken und -chancen zu evaluieren, die in Verbindung mit Einflüssen und Abhängigkeiten von Biodiversität und Ökosystemdiensleistungen aus dem Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabaksektor stehen. Dabei bietet es Investoren unbegrenzten Zugang zu Fachinformationen über die Biodiversität zu ihrem Unternehmen, die Risiken von Ökosystemdienstleistungen und das Chancenmanagement.

Der Vergleich von Ökosystemdienstleistungen (ESB) zielt hauptsächlich auf Vermögensverwalter ab, kann allerdings auch im Banken- und Versicherungsbereich angewandt werden. Dadurch werden Firmen im Rahmen ihrer Investment-Portfolien bewertet und können ihre Risiken und Potentiale proaktiver wahrnehmen. Einen zweiten Anwendungsbereich findet es im Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabaksektor, für den es einen strategischen Rahmen darstellt. Durch die Umsetzung dieser Möglichkeiten können Firmen lernen sehr viel effizienter mit Investoren zu kommunizieren, größere Reputation für deren Nachhaltigkeitsbezug zu erhalten und dieses an Bedeutung gewinnende Thema zu unterstützen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter

Weiter zu > Arbeitsschritt II - Analysephase

 

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