Access and Benefit Sharing

Im Rahmen des Projektes „Access & Benefit Sharing in Deutschland" fördert der Global Nature Fund mit seinen Projektpartnern FU Berlin und Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig den Dialog zwischen Nutzern genetischer Ressourcen in Deutschland und gesetzgebenden bzw. ausführenden Behörden. Neben der Erarbeitung von Strategien für einen praktikablen Vollzug der EU-Verordnung 511/2014 zum Nagoya-Protokoll soll bei Nutzern von genetischen Ressourcen das Bewusstsein für ABS-relevante Prozesse und die Bestimmungen der EU-VO geschärft und sie bei der Umsetzung unterstützt werden.
Die Konsultation von Experten aus den Zielgruppen und zwei Veranstaltungen bilden die zentralen Maßnahmen. Deren Ergebnisse werden als Empfehlungen an die zuständige Behörde und als Veröffentlichung inklusive Empfehlungen an die Nutzer zusammengefasst.

Zentrale Fragestellungen, die im Dialog zwischen gesetzgebenden bzw. vollziehenden Behörden und den betroffenen Nutzern genetischer Ressourcen in Deutschland geklärt werden sollen:

Die Zielgruppen aus Wirtschaft und Industrie sind kommerzielle Nutzer genetischer Ressourcen, insbesondere Unternehmen und Verbände aus den Branchen Gesundheit und Pflege (Pharmazie und Kosmetik) sowie Biotechnologie.


Access & Benefit Sharing einfach erklärt! – Ein Video der ABS capacity development Initiative

Hintergrund

Im Jahre 1992 wurde von den Vereinten Nationen das wegweisende Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) beschlossen. Darin wurden nicht nur der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt als gemeinsame Ziele der Menschheit festgelegt. Der faire Ausgleich von Vorteilen, die durch die Nutzung genetischer Ressourcen und traditionellen Wissens erlangt werden, ist das dritte große Ziel der CBD. Dafür wurden erstmals die souveränen Rechte der Staaten über ihre jeweiligen genetischen Ressourcen anerkannt (Art. 15 CBD).

Zur Regelung von Zugang und Vorteilsausgleich (Access & Benefit Sharing, ABS) wurde mit dem Nagoya-Protokoll (NP) ein international rechtsverbindlicher Vertrag beschlossen, der am 12. Oktober 2014 in Kraft getreten ist. Darin werden zum einen Mindestanforderungen für den Zugang zu genetischen Ressourcen und traditionellem Wissen festgelegt. Zum anderen verpflichten sich die Mitgliedstaaten, die Nutzung von genetischen Ressourcen in ihrem Hoheitsgebiet zu regulieren. Dies soll letztlich zur ausgewogenen und gerechten Verteilung der Gewinne und damit zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Nutzung ihrer Bestandteile beitragen. Auch Deutschland und die EU haben das NP gezeichnet. Auf europäischer Ebene wird die Umsetzung des NPs durch die EU-Verordnung Nr. 511/2014 geregelt, die seit Inkrafttreten des NP unmittelbar in allen EU-Staaten gilt. Die für den Vollzug besonders relevanten Artikel 4 (Verpflichtungen von Nutzern), 7 (Überwachung) und 9 (Kontrollen) treten mit einem Jahr Verzögerung am 12.10.2015 in Kraft. Ein die EU-Verordnung ergänzendes Vollzugsgesetz für Deutschland ist derzeit in der Vorbereitung. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist demzufolge als zuständige Behörde vorgesehen.

Weitere Informationen:

Veranstaltungen:

Der Auftaktworkshop am 7. Oktober 2015 in Bonn war für alle Beteiligten ein voller Erfolg: Nur eine Woche nach der Anhörung zum Gesetzesentwurf (18/5321) zur Umsetzung des Nagoya-Protokolls und der EU-Verordnung vor dem Umweltausschuss im Bundestag war die Veranstaltung in Bonn mit knapp 50 Teilnehmern nahezu ausgebucht. Nach exzellenten Vorträgen von Vertretern der Vollzugsbehörde (Thomas Greiber, Bundesamt für Naturschutz), der Industrie (Dr. Ricardo Gent, Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie), der Grundlagenforschung (Dr. Premke-Kraus, Leibniz-Gemeinschaft) und Auslandsexperten der ABS-Initiative (Dr. Hartmut Meyer, GIZ), konnten in Arbeitsgruppen Fragen und Kritikpunkte präzisiert und gesammelt werden. Vertreter aus den betroffenen Nutzergruppen konnten ihre Fragen zur Umsetzung der EU-Verordnung und zu den entsprechenden Formularen direkt an die Behörden richten.

Programm [pdf, 417 KB]  

Ausführlicher Bericht zum Auftaktworkshop [pdf, 964 KB]  

Wichtige Hintergrundinformationen und Erklärungen zu zentralen Begriffen des Nagoya-Protokolls finden Sie in unserer Zusammenstellung [pdf, 793 KB]  

Weitere Informationen ...


Tagung in Berlin, 1.-2. März 2016
Genetische Ressourcen, Gesetze & Gute Praxis

Wege zur Umsetzung des Nagoya-Protokolls in Deutschland

Im März 2016 fand in Berlin eine größere Konferenz zur Information der Teilnehmer über die Projektergebnisse und die feststehenden Details zur Durchführung der VO auf nationaler Ebene statt. Ziel der Konferenz  war auch die Anregung weiteren Dialogs und Auseinandersetzung mit ABS. Insbesondere wurden Detailfragen zur Auslegung der Durchführungsverordnung weiter ausgearbeitet sowie auf Unklarheiten und Definitionen eingegangen. Die Teilnehmerzahl betrug ca. 100 Personen.

Programmüberblick [pdf, 301 KB]   

Dokumentation der Konferenz [pdf, 1,4 MB]  

Weitere Informationen ...


Kontakt:

Global Nature Fund – Büro Bonn
Sebastian Gardt
Tel.: +49 - (0) 228 - 184 86 94 - 13
E-Mail: gardt@globalnature.org


Projektpartner Förderer



Twitter Xing Facebook LInkedIN



Business & Biodiversity einfach erklärt!

Featured video

Newsletter



Media Partners