Biodiversitätsmanagement

Biodiversität im Umweltmanagement von Unternehmen

Die Wirkungen von Unternehmen auf die biologische Vielfalt sind komplex und die Reduzierung negativer Einflüsse sollte systematisch und kontinuierlich angegangen werden. Daher ist es empfehlenswert, dieses Handlungsfeld in das betriebliche Management zu integrieren.

Biodiversität in EMAS

EMAS III hat als erstes Umweltmanagementsystem die biologische Vielfalt als Umweltaspekt und Performance Indikator definiert, d.h. alle EMAS-zertifizierten Organisationen müssen prüfen, welche negativen Wirkungen sie auf die Biodiversität haben. Wenn sich herausstellt, dass Biodiversität zu den "signifikanten" Umweltaspekten gehört, sind die Organisationen angehalten, Ziele und Maßnahmen zu identifizieren und diese in die Umweltpolitik und das Umweltprogramm zu integrieren. Außerdem hat die EU Kommission Biodiversität als Schlüssel-Indikator ausgewiesen, d.h. zertifizierte Organisationen müssen über diesen Aspekt berichten, in dem sie mindestens Aussagen über die Entwicklung ihres Flächenverbrauchs treffen. Darüber hinaus sind sie angehalten, weitere aussagekräftige Indikatoren zu nutzen, um die kontinuierliche Reduzierung der negativen Wirkungen auf die Biodiversität zu belegen.


Biodiversität in ISO 14001 und 26000

Als weltweit bedeutsame Umweltmanagementsystemnorm ist die ISO 14001 gut geeignet, eine kontinuierliche Verbesserung der Biodiversitäts-Performance eines Unternehmens oder Organisation anzugehen. Hierzu existiert eine praxisgerechte Hilfestellung: der Leitfaden "Schutz der biologischen Vielfalt im Rahmen von ISO-Managementsystemen".

Neben der ISO 14000 Reihe veröffentlichte ISO mit ISO 26000 auch eine Richtlinie für Corporate Social Responsibility (CSR). Die Richtlinie nennt den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen explizit als Möglichkeit für Unternehmen sich zu engagieren. Zur Zertifizierung kann die Richtlinie nicht genutzt werden

 

Kernaussagen

  • Umweltmanagementsysteme helfen Organisationen ihre Einflüsse auf die Umwelt systematisch zu senken.
  • Die beiden wichtigsten Umweltmanagementsysteme sind ISO 14001 und EMAS
  • ISO 26000 ist nur eine Richtlinie für CSR und kann nicht zur Zertifizierung genutzt werden
  • ISO 14001 nennt Biodiversität nur implizit, bei EMAS wird Landnutzung als Maß für Biodiversität verwendet und in ISO 26.000 werden Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen explizit erwähnt.

Leitfäden für Unternehmen

Es gibt bislang nur wenige Anleitungen und Erfahrungen, wie Unternehmen das Handlungsfeld Biodiversität in ihr (Umwelt)management integrieren können.

Die Bodensee-Stiftung, Global Nature Fund (GNF) und der Verband für nachhaltiges Umweltmanagement (VNU) haben „Biodiversity Fact Sheets" für die Branchen Lebensmittelherstellung und –handel, Getränkehersteller, Kosmetik, Rohstoffindustrie, Freizeitparks und Tourismus herausgegeben.

In diesen Übersichten werden die wichtigsten Bezugspunkte der Branche zur biologischen Vielfalt erläutert, sowie sinnvolle Ziele und Maßnahmen vorgeschlagen, um die negativen Einflüsse zu verringern. Außerdem enthalten die Fact Sheets Vorschläge für branchenübergreifende und branchenspezifische Indikatoren, um Ziele und Maßnahmen messbar zu machen und ein langfristiges Monitoring einzurichten.

Links

Neben den Umweltmanagementsystemen werden in dem folgenden Abschnitt vier Phasen zur Implementierung von Methoden zum Schutz der Biodiversität in Ihre Unternehmensführung vorgestellt. Klicken Sie auf den gewünschten Arbeitsschritt und finden Sie heraus, was für Instrumente und Methoden Sie zur Verfügung haben:

Weiter zu > Arbeitsschritt I   -  Bestandsaufnahme
Weiter zu > Arbeitsschritt II  -  Analysephase
Weiter zu > Arbeitsschritt III -  Umsetzungsphase
Weiter zu > Arbeitsschritt IV -  Erfolgskontrolle und Berichterstattung
Weiter zu > Biodiversitäts-Indikatoren
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