EU-Initiative für Bestäuberinsekten: Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung gefordert

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EU-Initiative für Bestäuberinsekten: Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung gefordert

Die Europäische Kommission reagiert auf Forderungen des Europäischen Parlaments nach Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern und ihrer Lebensräume: Eine koordinierte EU-Initiative soll dem Rückgang der wildlebenden Bestäubern entgegenwirken und Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung koordinieren.

Jede zehnte Bestäuberinsektenart ist vom Aussterben bedroht und bei einem Drittel aller Bienen- und Schmetterlingsarten gehen die Populationen zurück. Dies ist ein ernsthafter Grund zur Besorgnis, da Bestäuber ein wichtiger Faktor für gesunde Ökosysteme sind.

Aktivitäten effektiv bündeln
Die Anfang Juni von der EU-Kommission vorgelegte Initiative zum Schutz von Bestäuberinsekten will die bestehenden Instrumente und Aktivitäten der EU und ihrer Mitgliedstaaten effektiv bündeln.

Den Fokus legt die Kommission laut Arbeitspapier auf drei Aspekte:
  1. 1. Verbesserung der Kenntnisse über den Rückgang von Bestäubern, einschließlich der Ursachen und Folgen;
  2. 2. Maßnahmen zur Ursachenbekämpfung;
  3. 3. Sensibilisierung, Einbeziehung der Zivilgesellschaft und Förderung der Zusammenarbeit.
Die unterschiedlichen Ursachen für den Rückgang der Bestäuber erfordert Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung in verschiedenen Sektoren und Politikbereichen. Die Kommission betont, dass politische Entscheidungsträger und Behörden diese Herausforderung nicht allein bewältigen können; auch EU-Bürger und die Wirtschaft müssen einbezogen werden. Insbesondere das LIFE-Programm soll eine wichtige Rolle spielen.

Die EU Platform Business @ Biodiversity lädt Unternehmen ein, ihren Beitrag zum Schutz von Insekten vorzustellen. Gute Beispiele aus der Unternehmenspraxis können bei der Kommission eingereicht werden. Weitere Informationen unter: ec.europa.eu/environment/biodiversity/business/news-and-events/news/news-56_en.htm

Biodiversität in der Lebensmittelbranche
Die vom EU LIFE Programm geförderte Initiative „Biodiversität in den Standards und Labels der Lebensmittelbranche" von Global Nature Fund und sechs weiteren europäischen Partnern richtet sich an Standards und Labels sowie Unternehmen mit eigenen Anforderungen an Erzeuger und Lieferanten, um die Biodiversitätsperformance in der Lebensmittelbranche zu stärken. Die Projektpartner haben einen Katalog mit "Empfehlungen für wirkungsvolle Kriterien zum Schutz der Biodiversität" veröffentlicht. Standardorganisationen und Unternehmen können die Empfehlungen zur Überarbeitung ihrer Kriterien heranziehen, um den negativen Einfluss der Landwirtschaft auf die Ökosysteme, die Artenvielfalt und die Agro-Biodiversität zu reduzieren.

Ein bereits im Jahr 2010 initiiertes Gemeinschafts-Projekt von der REWE Group, Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbH, Bodensee-Stiftung und Imkern zeigt, wie wirkungsvoll die durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Wildbienen sein können: insgesamt 117 Wildbienen-Arten wurden bei der aktuellen Erfassung der Wildbienen in den Anbauflächen und an Fördermaßnahmen wie Blühflächen-Einsaaten und Nisthilfen ermittelt.

Weitere Maßnahmen der EU-Initiative umfassen einen Bestäuberinsektenindikator, eine neue Rote Liste für Schwebfliegen, eine Liste wichtiger Habitate, ein Pestizidüberwachungspilotprojekt, eine zentrale Online-Plattform für Daten, Workshops, und viele weitere.
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